Kurztext
Der Standort Forst (Lausitz) wird als Ressource
verstanden, der durch seine enormen, in den Gebäuden
der ehemaligen Textilindustrie gebundenen
Materialien hohes Potenzial für die Wiederverwendung
birgt. Der Entwurf verknüpft die derzeitige
Entwicklung hin zu einer professionalisierten Wiederverwendung
im Bauwesen im Sinne einer Design
Assistance mit bereits erprobten Funktionen
von Lagerstätten und Reparaturwerkstätten. Es
entsteht eine dezentral agierende Zwischenlager-,
Aufbereitungs- und Planungsstätte für gebrauchte
Bauteile auf dem Areal der Parkstraße 14. Als Ort der
Wiederverwendung wirkt die Bauteil(de)zentrale
als Katalysator für eine gesamtstädtische materielle
und räumliche Reaktivierung des Gebäudebestandes.
Architektonisch manifestiert sich die Design
Assistance als übergeordnetes und verbindenes
Funktionsglied, in einem aus wiederverwendeten
Bauteilen erstellten, über dem Bestandsbau aufragenden
Dachgeschoss. Als ausdruckstarkes Element
bilden nach dem Prinzip »form follows availability
« insgesamt neun, in einer Bestandshalle des
Areals, geborgene Stahlfachwerkträger die Grundlage
für das Tragwerk und die daraus resultierenden Räume. Eine in verschiedenen Farbtönen schimmernde
Lamellenfassade bildet die Grundstruktur
für ein Geschoss, welches à la Bricolage aus
verschiedenen Bauteilschichten und Materialien
zusammengefügt wird. Die bestehende Gebäudestruktur
der ehemaligen Textilfabrik wird dabei reaktiviert
und den Bedingungen der neuen Funktionen
nach angepasst. Als ein von der Design Assistance
koordiniertes zirkuläres Unternehmensmodell, fügen
sich die einzelnen Funktionen zur »Bauteil(de)
zentrale« zusammen. Materialressourcen zurückgebauter
Gebäudeteile des Areals werden dabei als
Startpunkt für den Umbau und für die Erstbefüllung
eines Bauteillagers genutzt. Reparaturwerksstätten
und ein Materialprüflabor bereiten Bauteile für den
Wiedereinsatz auf der Baustelle vor. Die Bauteil(de-)
zentrale hilft als Dienstleistungsunternehmen der
Bauherrschaft und als Architekturbüro unterstützendes
Gewerk bei der Integration von wiederverwendeten
Bauteilen in Bauvorhaben.
Schon bald wird die Bauteil(de)zentrale als Blaupause für ein weit gespanntes Netz an typähnlichen Betrieben genutzt. Schlussfolgernd führt dies- mit positivem Blick in die Zukunft – zu einer selbstverständlichen Wiederverwendung in der Architekturpraxis.







